Georgieboy, der Möchtegern-Atomkrieger

 

Bush und die anderen stupide white men um ihn herum (most stupid and most white of them: Miss Rice): machen sie nur lediglich pubertäres Gedöns oder wollen sie wirklich auf Terror komm raus Krieg gegen Irak? Die Hoffnung sinkt, dass alles nur Theater ist. Aber so oder so ist es ein realkatastrophales Stück.

Wer Atombomben in den Mund nimmt, dem können an Ende leicht Kernkraftwerke um die Ohren fliegen. Wozu sich die amerikanische Administration da hergeben lässt, wird an Verantwortungslosigkeit nur noch durch die Berater Kennedys während der Kubakrise überboten. Wäre ein netter kleiner Atomkrieg geworden, wenn Kennedy denen damals gefolgt wäre.

Bush hat sich inzwischen ziemlich isoliert. Seine wichtigstem Verbündeten, wir Deutsche, machten pflichtgemäß den Anfang, und siehe, die anderen alten Europäer zogen nach. Die amerikanische Bevölkerung, anfangs matt kriegsgestimmt, lehnt einen kriegerischen Alleingang gegen Irak mehrheitlich ab.

Nicht nur die "Straße" oder die "kleinen Leute", sondern die Wahren Verantwortlichen (richtig, die absoluten Spitzenverdiener) sind stocksauer. Da wird nicht mehr auf den Busch geklopft, nein, sondern der Präsident wird vom Großen Geld öffentlich zur Sau gemacht. Der SPIEGEL schreibt:

Ausgerechnet in seiner Lieblingszeitung, dem "Wall Street Journal", fanden knapp zwei Dutzend Wirtschaftsführer, die allesamt seinen letzten Wahlkampf finanziert hatten, deutliche Worte.

"Die Welt will Saddam entwaffnet sehen, aber du musst einen besseren Weg finden, das zu tun", konnte George W. Bush da in einer Ganzseiten-Anzeige lesen. Die Freunde von einst zeigten sich empört und enttäuscht:

"Wir wollen unser Geld zurück. Wir wollen unser Land zurück. Krieg ist die extremste Aktivität, die eine Gesellschaft unternehmen kann. Man kann das nur tun, wenn alle anderen Wege ausprobiert wurden. Genau das hast du bisher nicht getan."

Bush und Co haben versucht, dem Volk ein Saddam-X für ein Osama-U vorzumachen. Tatsächlich könnte Bush den Islamisten keine bessere promotion in der islamischen Welt verschaffen als mit einem Kreuzzug gegen den Irak. Atomwaffen dabei auch nur zu erwähnen könnte den internationalen Terrorismus erst richtig scharf machen. Die Durchgeknallten dieser Erde wittern Morgenluft.

Machen wir uns doch nichts vor: auch der 11. September 2001 war vor allem ein symbolischer Akt, eine grausige Inszenierung zwar, aber mit letztlich begrenzter Wirkung. Auch die Islamisten wissen sehr wohl zu unterscheiden zwischen dem optisch spektakulären Massenmord an einigen Tausend Geschäftsleuten und der dauernden Vernichtung ganzer Flächenstaaten mit ihrer gesamten Bevölkerung, Frauen, Kinder, Greise eingeschlossen.

Machen wir uns erbarmungslos klar: es lag in der Hand der Flugzeugentführer, die Neu-England-Staaten für Äonen von der Landkarte menschlicher Bewohnbarkeit zu tilgen. Kernkraftwerke sind für einen gesteuerten Aufprall großer Passagiermaschinen definitiv nicht ausgelegt. Zur nachhaltigen Landesverheerung braucht man also keine A-, B- oder C-Waffen, sondern Teppichmesser und Steuerknüppel genügen vollauf. Wer die Twin Towers in der Millionenstadt punktgenau treffen kann, für den sind Kernkraftwerke im ländlichen Raum das leichtere Ziel. Wie bei ihrem Flug auf Washington und New York hätte niemand die Entführer aufgehalten, die gänzliche Zerstörung von mindestens drei Kernkraftwerken war gesichert. Das Hundertfache der Radioaktivität von Tschernobyl wäre ungehindert ins amerikanische Herzland geströmt.

Dieses nukleare Harmageddon war aber offensichtlich nicht gewollt, denn noch haben selbst fanatisierte Desperados genug Moral im Leib, um zu wissen, wo das Undenkbare (aber nicht Unmachbare) beginnt. Diese anscheinend noch bestehenden moralischen Hemmungen bröckeln, wenn die U.S.A Drittweltländer mit Atomwaffen bedrohen, und sie könnten gänzlich fallen, wenn sie welche einsetzt. Schon darum ist die amerikanische Drohung nicht glaubwürdig: wir Reichen sind verletzbarer und haben soviel mehr zu verlieren.

Haarsträubend aber ist es schon, dass Bush und Konsorten doch tatsächlich die Bevölkerung des Irak als Atomgeißel gegen eventuelle (nicht vom Irak oder gar vom irakischen Volk ausgehende!) Aktionen mit chemischen oder biologischen Waffen im eigenen Land nehmen. Eine schöne Einladung an die Art Wirrköpfe, die gerne Milzbrandbriefchen im eigenen Land herumschicken...

Es ist Unfug, Saddam mit Hitler zu vergleichen, schon weil Irak nicht mit Deutschland verglichen werden kann.

Man sollte aber auch Bush (noch) nicht mit Hitler vergleichen. Bushs Katastrophenpotenzial mag im Prinzip höher sein, aber Hitler war so gerissen, das seinige tatsächlich voll auszuschöpfen. Beten wir, dass Bush nur das ist, wofür Hitler anfangs irrtümlich gehalten wurde: ein Großmaul. Große Klappe und nix wirklich Böses dahinter. Bodenlose Naivität.

Noch ein böses Wort zum Schluss. Da gibt es einen weiteren, bisher wenig beachteten Unterschied zwischen Bush und Hitler: anders als bei Georgieboy ist bei Adolf kein Zweifel erlaubt, dass er legal an die Macht kam. Und das deutsche Volk stand allzu lange und allzu unbeirrbar hinter ihm.

Die Amis sind sympathischerweise viel beirrbarer.


HOMEPAGE Stand: 21.02.2003 © Werner Schneider